Vorwort zur Studie

Das Vorwort von Michael Pisecky

Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder WK Wien 

Es ist (höchste) Zeit!

Als zentraler Teil der Bau- und Immobilienwirtschaft sichert der Wohnbau Wertschöpfung und Beschäftigung und schafft die Grundlage für thermische Sanierungen, die Umrüstung auf nichtfossile Heiz- und Kühlsysteme und die Verfügbarkeit von zukunftsfähigem Wohnraum für Mieter und Eigentümer.

Doch die aktuelle Entwicklung gibt Anlass zur Sorge: Die Zahl der Baugenehmigungen ist massiv zurückgegangen, bei den Fertigstellungen wird 2026 der Tiefpunkt erwartet. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Wohnraum, besonders in der Bundeshauptstadt Wien, hoch. Neubau und Sanierung im Bestand müssen daher gemeinsam gedacht werden, denn neuer Wohnraum in der gebauten Stadt schafft vielfach erst jene wirtschaftliche Basis, die umfassende Sanierungen und Investitionen im privaten und gewerblichen Sektor ermöglicht.

Dafür braucht es pragmatische rechtliche Rahmenbedingungen, vernünftige Denkansätze fernab von Ideologien, langfristige Planungssicherheit und eine gesicherte Finanzierung. Wohnraum muss auf Basis solider Daten bedarfsgerecht geschaffen werden, vorrangig auf bereits verbauten Flächen. Nur ein ausreichendes Wohnungsangebot ermöglicht langfristig leistbares Wohnen und schafft zugleich Mehrwert im Sinne einer Win-Win-Win Situation für Bewohner, Klima und Wirtschaft.  

Neue Studie – Erstmals in Österreich – Der unterschätzte Sektor:

Die volks- und regionalwirtschaftliche Bedeutung der Bauwirtschaft in Österreich

Die Bauwirtschaft ist weit mehr als ein konjunktureller Indikator, sie bildet das ökonomische und soziale Fundament Österreichs. Ihre tatsächliche Stärke wird jedoch in der amtlichen Statistik unterschätzt. Dabei prägen industrielle Wertschöpfung, Dienstleistungen und tiefgreifende Lieferketten den gesamten Wirtschaftsraum. Diese 2026 durchgeführte Studie zeigt erstmals umfassend auf: Die Bauwirtschaft ist eine hochvernetzte Querschnittsmaterie. Wird sie geschwächt, gerät das wirtschaftliche Gleichgewicht Österreichs ins Wanken. Eine Neubewertung ist daher nicht nur statistische Präzision, sondern Voraussetzung für eine zukunftsfähige Standortpolitik.

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